Der ehemalige Präsident George W. Bush steht seit Jahrzehnten im Rampenlicht, doch immer wieder erinnern unerwartete Momente daran, dass auch ehemalige Oberbefehlshaber mit denselben körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben wie jeder andere. Genau das geschah, als Bush beim Auftakt der World Series den symbolischen ersten Wurf ausführen sollte. Die Zuschauer erwarteten ein vertrautes Bild: Bush auf dem Wurfhügel, entspannt und selbstsicher, mit einem sauberen, gleichmäßigen Wurf, wie er ihn schon unzählige Male gezeigt hatte. Doch stattdessen wich der Ball stark von seiner geplanten Flugbahn ab und erregte die Aufmerksamkeit von Fans, Kommentatoren und schließlich Millionen von Online-Zuschauern. Man fragte sich, ob ihn das Alter nun eingeholt hatte oder ob etwas anderes im Hintergrund vorgefallen war.
Es dauerte nicht lange, bis die Wahrheit ans Licht kam. Jenna Bush Hager – seine Tochter, Autorin und Fernsehmoderatorin – beschloss, in einem kürzlich geführten Gespräch die Wahrheit zu enthüllen. Sie gab bekannt, dass sich ihr Vater Anfang des Jahres einer größeren Rückenoperation unterzogen hatte. Kein kleiner Eingriff, keine schnelle Lösung – eine Versteifungsoperation der Lendenwirbelsäule. Jeder, der mit Rückenproblemen lebt, weiß, dass man so etwas nicht einfach so übersteht. Eine Versteifung braucht Zeit zum Heilen, erfordert Geduld und schränkt die Möglichkeiten eines Menschen ein, selbst wenn es sich um einen ehemaligen Präsidenten und lebenslangen Sportler handelt.
Jenna erklärte, dass sie beim Anblick der Flugkurve sofort besorgt war. Sie wusste genau, wie viel Leid ihr Vater in den Monaten zuvor stillschweigend ertragen hatte. Bush war nie jemand, der seine persönlichen Probleme an die große Glocke hängte. Er zieht es vor, Schmerzen privat zu verarbeiten, nach vorn zu blicken und die Erwartungen hochzuhalten. Doch Jenna bemerkte die subtilen Anzeichen – die vorsichtige Haltung, die Steifheit, die Art, wie er versuchte, die Anstrengung beim Aufstehen zu verbergen. Als er dann auf dem Wurfhügel stand, noch nicht ganz genesen, aber entschlossen, niemanden zu enttäuschen, wurde ihr klar, dass der Wurf eine größere Bedeutung hatte, als die meisten ahnten.
Sie beschrieb den Moment mit gleichermaßen Stolz und Sorge. Der Stolz rührte von dem Wissen um die unbeugsame Widerstandsfähigkeit ihres Vaters her – seine Entschlossenheit, Verpflichtungen nachzukommen, selbst als sein Körper nicht mehr in Bestform war. Die Sorge rührte vom Bewusstsein der Risiken her. Eine Versteifungsoperation ist kein Eingriff, den man auf die leichte Schulter nehmen sollte, und selbst eine einfache Wurfbewegung kann mehr Dreh-, Dehnungs- und Kraftaufwand erfordern, als man denkt. Jenna gab zu, dass sie sich einen kurzen Moment lang gefragt hatte, ob er sich dort vor aller Welt erneut verletzt hatte.
