Diskussion um „Curry“: Kolonialismus, Kultur und kulinarischem Respekt

„Curry“ wird in westlichen Ländern häufig als Sammelbegriff für südasiatische Gerichte mit Soße oder Gewürzmischungen genutzt. Doch tatsächlich ist das Wort in indischen Sprachen nicht beheimatet.

Es wurde von britischen Kolonialherren geprägt, die sich die Mühe ersparten, die regionale Vielfalt Indiens kulinarisch zu unterscheiden. Laut Historikern wie Ilyse Morgenstein Furest steht das Wort sinnbildlich für einen kolonial geprägten Blick, der Komplexität auf einfache Schlagworte reduziert.

Historisch betrachtet entstand der Begriff „Curry“ im Kontext der britischen Kolonialherrschaft über Indien. Britische Beamte nutzten den Ausdruck, um die kulinarische Vielfalt Indiens für sich greifbar zu machen – nicht selten mit einem exotisierenden Unterton.

Diese Vereinfachung habe bis heute Auswirkungen, so Kritikerinnen wie Furest: Das Label „Curry“ transportiere immer noch die Idee vom wild-würzigen, chaotischen Osten – ein stereotypes Erbe, das sich in Sprache und Esskultur verankert hat.