Warum die Oscarverleihung von 1972 bis heute zu den besten aller Zeiten zählt.

Manche Zeremonien prägen ihre Ära, andere überdauern Jahrzehnte, ohne jemals an Glanz zu verlieren. Die Oscarverleihung von 1972 gehört zweifellos zu diesen fast magischen Momenten, die Filmfans bis heute faszinieren. Warum gilt sie auch mehr als fünfzig Jahre später noch als eine der größten aller Zeiten? Weil sie an einem einzigen Abend die Seele eines Hollywoods im Umbruch einfing, im Spannungsfeld zwischen prunkvoller Tradition und kreativer Kühnheit – ein Symbol für Hollywoods goldenes Zeitalter.

Eine Ausgabe, die kühnes und bahnbrechendes Kino feierte

Bei der 44. Oscarverleihung wurden Filme geehrt, die zu Kultklassikern geworden sind. Der große Gewinner des Abends, „French Connection“, fesselte das Publikum mit seinem schonungslosen Realismus und seiner Intensität. Unter der Regie von William Friedkin brachte der Film Gene Hackman einen unvergesslichen Oscar ein, so spürbar war seine Rührung auf der Bühne.

Doch in jenem Jahr beschränkte sich die Vielfalt des Kinos nicht auf ein einziges Genre. Zwischen der verstörenden Vision von „A Clockwork Orange“, der musikalischen Sensibilität von „Fiddler on the Roof“ und der bewegenden Nostalgie von „The Last Picture Show“ zeigte Hollywood sein ganzes Talent und seine kreative Freiheit.