Semmelknödel gehören zu den bekanntesten Beilagen der süddeutschen, österreichischen und böhmischen Küche. Diese köstlichen Knödel aus altbackenen Brötchen oder Weißbrot sind nicht nur eine wunderbare Resteverwertung, sondern auch eine ideale Begleitung zu herzhaften Fleischgerichten mit Soße, wie z. B. Schweinebraten, Rinderroulade oder Wild. Außen weich, innen locker und aromatisch, sind sie ein fester Bestandteil vieler Festessen.
Im Folgenden finden Sie ein ausführliches Rezept, das nicht nur die Zubereitung erklärt, sondern auch viele Tipps zur Verfeinerung gibt.
Zutaten (für ca. 6–8 Knödel)
6 altbackene Brötchen (Semmeln) oder ca. 300–350 g Weißbrot
250 ml Milch
2 Eier (Größe M)
1 kleine Zwiebel
1 EL Butter
2 EL frische Petersilie, fein gehackt
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Muskatnuss, frisch gerieben (nach Geschmack)
Etwas Semmelbrösel, falls die Masse zu feucht ist
Zubereitung
1. Vorbereitung der Brötchen
Die Brötchen in kleine Würfel schneiden (ca. 1 cm groß) und in eine große Schüssel geben. Wer eine intensivere Knödelstruktur möchte, kann die Brotwürfel vorher leicht im Ofen anrösten – so werden sie aromatischer und nehmen die Milch besser auf.2. Milch erhitzen
Die Milch in einem kleinen Topf erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen. Über die Brotwürfel gießen und einige Minuten einziehen lassen, bis die Milch vollständig aufgenommen ist. Gelegentlich vorsichtig umrühren.
3. Zwiebel-Petersilien-Mischung
Die Zwiebel fein würfeln und in der Butter glasig anschwitzen. Petersilie dazugeben und kurz mitdünsten. Diese Mischung anschließend zu den eingeweichten Semmelwürfeln geben.
4. Eier und Gewürze
Die Eier verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und ebenfalls in die Schüssel geben. Alles gut miteinander vermengen, bis eine gleichmäßige, formbare Masse entsteht. Sollte die Mischung zu feucht sein, etwas Semmelbrösel einarbeiten.
5. Knödel formen
Mit angefeuchteten Händen gleichmäßige Kugeln formen (ca. faustgroß). Darauf achten, dass die Knödel nicht zu locker sind, sonst zerfallen sie beim Kochen.
6. Knödel garen
Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser erhitzen. Die Knödel vorsichtig hineingeben, aber nicht im sprudelnden Wasser kochen, sondern in leicht siedendem Wasser gar ziehen lassen. Je nach Größe benötigen die Knödel ca. 15–20 Minuten. Wenn sie an die Oberfläche steigen, sind sie in der Regel fertig.
Serviervorschläge
Semmelknödel harmonieren hervorragend mit deftigen Gerichten wie:
Schweinsbraten mit Dunkelbiersoße
Rinderrouladen mit Rotkohl
Hirsch- oder Rehbraten mit Preiselbeeren
Rahmschwammerl (Pilzragout) – eine vegetarische Variante
Auch am nächsten Tag lassen sich übrig gebliebene Knödel wunderbar in Scheiben schneiden und in der Pfanne mit etwas Butter goldbraun anbraten – ein Klassiker der Resteküche.
Tipps und Varianten
Speckknödel: Einfach gewürfelten Speck mit den Zwiebeln anbraten und unter die Masse mischen.
Käseknödel: Kleine Käsewürfel (z. B. Bergkäse) in die Mitte der Knödel drücken – beim Anschneiden läuft der Käse herrlich aus.
Serviettenknödel: Anstatt einzelne Knödel zu formen, die Masse zu einer Rolle formen, in ein sauberes Küchentuch wickeln und im Wasser gar ziehen lassen. Danach in Scheiben schneiden.
