Es war nicht Grausamkeit, die jene Jahre prägte, sondern Distanz – verpasste Momente, die sich stillschweigend anhäuften, während die Geschichte die Nähe verdrängte. Anstatt gegen seinen Vater zu rebellieren oder ihn zu idealisieren, wählte Michael einen schwierigeren Weg. Er ehrte Ronald Reagans Vermächtnis und sprach gleichzeitig offen über Enttäuschung und emotionale Trennung. Respekt und Trauer existierten nebeneinander und formten eine Beziehung, die eher von Komplexität als von Konflikten geprägt war.
Diese Ehrlichkeit reichte über die Familie hinaus. Als Michael öffentlich enthüllte, dass er als Kind sexuell missbraucht worden war, tat er dies ohne großes Aufsehen. In einer Zeit, in der männliche Betroffene – insbesondere in konservativen Kreisen – selten offen darüber sprachen, erforderte sein stilles Offenlegen Mut. Er präsentierte seine Offenbarung nicht als Anschuldigung, sondern als Akt der Aufklärung.
