Kallas reist zu Gesprächen mit Pistorius über die Ukraine, die Arktis und die Verteidigung Europas nach Berlin.

Pistorius und Kallas in Berlin, 13.01.2026
Pistorius und Kallas in Berlin, 13.01.2026 Donogh McCabe / Euronews
„Ein umfassender Schutz lässt sich dort nicht allein durch Truppenpräsenz gewährleisten“, erklärte er und sagte, dass die Sicherheit in der Arktis von Überwachung und Patrouillen, der Beobachtung von Aktivitäten über und unter der Wasseroberfläche sowie in der Luft, der Informationsbeschaffung und regelmäßigen Übungen am Boden abhänge, um eine nachhaltige Präsenz zu demonstrieren.

Aus diesem Grund, so Pistorius weiter, sei der Schutz Grönlands und der Arktis nicht in erster Linie oder ausschließlich eine Angelegenheit der USA, sondern eine gemeinsame Verantwortung der NATO und Europas als Ganzes.

Kallas ging in ihren Ausführungen auch auf die transatlantischen Beziehungen ein und bezeichnete die USA als einen „unverzichtbaren Verbündeten“, räumte aber gleichzeitig ein, dass die Beziehungen nicht mehr so ​​stark seien wie einst.

„Europa wird die 80-jährige transatlantische Zusammenarbeit nicht einfach über Bord werfen“, betonte Kallas und fügte hinzu, dass Europa und die USA am stärksten seien, „wenn wir zusammenarbeiten“.

Gleichzeitig soll die USA kürzlich angedeutet haben, dass Washington Deutschland eine größere Führungsrolle innerhalb der NATO wünscht. Laut diesen Berichten könnten die USA ihre Rolle im Bündnis reduzieren und sich stärker auf die westliche Hemisphäre konzentrieren – ein Ansatz, der in der Ende letzten Jahres veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie der USA vorgeschlagen wurde .

„Europas stärkste konventionelle Armee“
Kallas lobte Deutschland außerdem für seine hohen Verteidigungsausgaben und seine anhaltende Unterstützung für die Ukraine.

„Um die Sicherheit unserer Länder und Menschen zu gewährleisten, muss Europa seine Verteidigungsbereitschaft weiter verbessern“, betonte sie.

Seit Russlands großangelegtem Einmarsch in die Ukraine sind die deutschen Verteidigungsausgaben sowohl unter der vorherigen Regierung von Olaf Scholz als auch unter der aktuellen Koalition unter Merz deutlich gestiegen.