Entlang der zerklüfteten Grenze zwischen China und Myanmar trägt die Landschaft nun Narben, die Generationen prägen werden. Dörfer in Yunnan und im nördlichen Shan-Staat liegen teilweise unter Erdrutschen begraben, ihre Straßen sind verdreht, ihre Stromleitungen hängen wie zerrissene Nerven herab. Überlebende kauern auf Schulhöfen und in provisorischen Zelten, klammern sich an Decken und Fotos und lauschen dem fernen Grollen der Nachbeben, die jederzeit weitere Mauern zum Einsturz bringen könnten.
