Das begehrteste Idol der 70er Jahre, heute 69 Jahre alt, ist fast nicht wiederzuerkennen.

Man stellt sich den Beginn einer Schauspielkarriere oft als einen langen Weg voller entmutigender Castings vor. Doch für Robby Benson begann alles mit fast schon beunruhigender Leichtigkeit. Mit gerade einmal 17 Jahren verkaufte er sein erstes Drehbuch – eine Leistung, um die ihn jeder Filmfan beneiden würde. Kurz darauf schrieb er das Drehbuch zu „  One on One“  mit und ergatterte eine Hauptrolle, wodurch er über Nacht zu einem der vielversprechendsten Talente Hollywoods avancierte.

Die Dreharbeiten zu  „Ice Castles“  festigten sein Image: das eines sensiblen, authentischen Schauspielers, wie geschaffen für herzergreifende Geschichten. Während viele junge Stars sich vom hektischen Treiben in Los Angeles mitreißen ließen, bevorzugte er Autorenteams, das Regiestudium und ein zurückgezogenes Leben – fast gegen den Strom der Branche.

Wenn uns das Leben daran erinnert, wie wichtig es ist, innezuhalten

Gerade als seine Karriere richtig Fahrt aufnahm, brachte ein unerwartetes Ereignis seine Prioritäten durcheinander. Ein früh erkanntes Gesundheitsproblem zwang ihn im Laufe der Jahre zu mehreren Eingriffen. Er sieht das nicht als dramatisch an, sondern als Zeichen, als Aufforderung, seinen Lebensstil zu überdenken und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt.

Diese Erfahrungen inspirierten ihn zu einem persönlichen und tiefgründigen Buch, in dem er diskret seine Erkenntnisse teilt: die Bedeutung, auf seinen Körper zu hören, innere Balance zu finden und beruhigende, erdende Aktivitäten wie Laufen oder Schwimmen auszuüben. Einfache, fast selbstverständliche Ratschläge, die im Alltag jedoch leicht in Vergessenheit geraten.
(Zur Klarstellung: Diese Aktivitäten werden als Mittel zur Selbstfürsorge vorgestellt.)

Professionelle Neuerfindung: eine unerwartete künstlerische Palette

Statt im Rampenlicht zu stehen, wählte Robby Benson einen anderen Weg: Synchronsprechen. Eine anspruchsvolle Disziplin, aber körperlich weniger belastend, die es ihm ermöglichte, weiterhin kreativ zu sein, ohne unnötigen Druck. Und was für ein Erfolg! Seine Stimme wurde legendär dank seiner Darstellung des Biests in „  Die Schöne und das Biest“ , einem der beliebtesten Klassiker des französischen Publikums.

Gleichzeitig entdeckte er sein Talent fürs Unterrichten. Mehrere amerikanische Universitäten, darunter die Indiana University, hießen ihn willkommen, wo er seine pädagogischen Fähigkeiten mit Begeisterung weitergab. Er führte auch Regie bei Episoden von Kultserien wie „  Friends“  und  „Ellen“ , bevor er das Bedürfnis verspürte, sich von einer Welt zu distanzieren, die ihm nicht mehr dieselbe Befriedigung bot.