Blutkrankheiten: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung dieser Blutkrankheiten

Genetische Ursachen: bei Leukopenie (Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen), Hyperleukozytose (Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen), Leukämie, Hämophilie, von-Willebrand-Syndrom oder Thalassämie (Mangel an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen). Auch bei der Polycythaemia vera (auch Vaquez-Krankheit genannt ), die durch eine übermäßige Produktion roter Blutkörperchen im Knochenmark gekennzeichnet ist, liegt eine genetische Ursache vor.
Weitere Erkrankungen: Bluterkrankungen können auch Folge chronischer Erkrankungen sein (Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis, Nierenversagen, intestinale Malabsorption usw.). Sie können auch durch Autoimmunerkrankungen verursacht werden, also Erkrankungen, bei denen Antikörper gebildet werden, die den eigenen Körper angreifen: autoimmunhämolytische Anämie (Zerstörung roter Blutkörperchen), perniziöse Anämie (Vitamin-B12-Mangel, der zu Anämie führt) usw. Schließlich können sie auch Folge von Krebs sein: Leukämien, Lymphome und Knochenmarkkrebs (multiples Myelom) können Anämie verursachen. Ebenso können Brust- und Prostatakrebs zu Leukopenie (einer Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut) führen.
Nährstoffmängel: Ein Mangel an Vitamin B9 und B12 führt beispielsweise zu Eisenmangelanämie.
Umweltfaktoren: Die Exposition gegenüber Schwermetallen, ionisierender Strahlung, Pestiziden und toxischen Produkten erhöht das Risiko für Leukämie, Lymphome und Myelome.
Was die Behandlung betrifft: Einige Medikamente wie Immunsuppressiva (die beispielsweise im Falle einer Transplantation verschrieben werden) oder einige Behandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie schwächen das Immunsystem.
Blutkrankheiten: Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei unerklärlichen Blutungen (Zahnfleisch-, Nasenbluten usw.), Blutergüssen ohne erkennbare Verletzung, ungewöhnlicher Blässe und Müdigkeit oder geschwollenen Lymphknoten ist es unbedingt erforderlich, einen Arzt aufzusuchen. Ohne Behandlung einer Blutkrankheit können nämlich schwere Komplikationen auftreten, die lebensbedrohlich sein können (Leukämie, Lymphom, myelodysplastisches Syndrom). Daher muss die Behandlung einer Blutkrankheit so früh wie möglich beginnen, um irreversible Organschäden zu vermeiden.

Untersuchungen und Diagnosen von Blutkrankheiten
Zusätzlich zur klinischen Untersuchung des Patienten (Abklärung geschwollener Lymphknoten, Petechien, Blässe etc.) stützt sich der Arzt auf verschiedene Tests zur Diagnose einer Blutkrankheit. Laut Merck Manual umfassen diese Tests ein komplettes Blutbild, Gerinnungstests, einen Blutausstrich (der Informationen über Anzahl, Form und Größe der Zellen liefert), Proteinbestimmungen, die Blutgruppe und die Retikulozytenzahl (die die Fähigkeit des Knochenmarks zur Bildung neuer roter Blutkörperchen misst). Zeigt das Blutbild Auffälligkeiten, können weitere, detailliertere und spezifischere Untersuchungen sowie eine Knochenmarkbiopsie angeordnet werden.

Behandlungen für Blutkrankheiten
Die Behandlung von Blutkrankheiten wird individuell auf die jeweilige Blutkrankheit und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten (Begleiterkrankungen, Alter, Geschlecht, Krankengeschichte usw.) abgestimmt. Beispielsweise können bei einem Mangel an Vitamin B9 und B12 Ernährungsumstellungen sowie die Verschreibung von Medikamenten, die speziell auf die Blutkrankheit abgestimmt sind, erforderlich sein. Zu diesen Medikamenten gehören Kortikosteroide, Pyridoxin, Schmerzmittel und Immunsuppressiva, je nach Art der Blutkrankheit und dem individuellen Patienten. Bei Krebserkrankungen (Leukämie, Lymphom, Myelom) kann eine Chemotherapie, gegebenenfalls gefolgt von einer Strahlentherapie, oder die Gabe monoklonaler Antikörper (Antikörper, die Krebszellen besonders effektiv angreifen) erfolgen. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind die Verabreichung von CAR-T-Zellen (genetisch veränderte T-Lymphozyten, die Krebszellen erkennen und zerstören) oder die Durchführung autologer (Entnahme hämatopoetischer Stammzellen von einem Familienmitglied des Patienten) oder allogener Transplantationen (Knochenmarktransplantation usw.).

Wie man Blutkrankheiten vorbeugen kann
Um Blutkrankheiten vorzubeugen, sofern diese nicht erblich bedingt sind, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört ein gesunder Lebensstil. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist wichtig, um Mangelerscheinungen, insbesondere an Vitamin B9 und B12, zu vermeiden. Da einige Krebsarten (Blut-, Knochenmarks- oder Lymphknotenkrebs) empfindlich auf Umweltfaktoren reagieren, wird empfohlen, Rauchen und Passivrauchen sowie Pestizide, Schwermetalle und andere toxische Substanzen zu meiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind ebenfalls wichtig, da sie die frühzeitige Erkennung potenzieller Blutkrankheiten ermöglichen. Bei erblichen Blutkrankheiten ist es wichtig, bei Säuglingen mit einer familiären Vorbelastung frühzeitig Screening-Tests durchführen zu lassen. In manchen Fällen sind diese Tests sogar während der Schwangerschaft zur Pränataldiagnostik möglich.