Führerlose Revolutionen sind mitunter eine Reaktion auf das historische Misstrauen gegenüber charismatischen Führern, die nach dem Sieg selbst zur Quelle absolutistischer und unterdrückender Macht werden
Revolutionen in der Geschichte hatten oft eine charismatische zentrale Figur im Zentrum, wie Lenin, Mao oder Castro.
Doch ab dem späten 20. Jahrhundert entstand eine Welle von Protesten und Revolutionen, die weder mit einer konkreten Führung begannen noch im Verlauf der Revolution eine zentrale Figur hervorbrachten.
Dieses Phänomen, das in der politikwissenschaftlichen Literatur als horizontale Bewegungen oder führerloser Widerstand beschrieben wird, ist eine der wichtigsten Entwicklungen in der zeitgenössischen politischen Geschichte.
Aber können führerlose Revolutionen siegreich sein? Und wenn ja, wie genau gelingt ihnen das?
