Wenn die USA und Israel von einem Angriff absehen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die iranischen Revolutionsgarden selbst die Feindseligkeiten beginnen. Iranische Beamte behaupten nun, sie seien sowohl auf Verhandlungen als auch auf einen Krieg vorbereitet
Die größte existenzielle Bedrohung für Iran und die Islamische Republik kam nie von außen, sondern stets aus dem Inneren. Kern dieser Bedrohung ist die langjährige Politik der Spaltung der Bevölkerung in „Insider“ und „Außenseiter“ – eine Strategie, die der iranische Staat mit beachtlichem Erfolg verfolgt hat.
Die erste Gruppe besteht aus denjenigen, die dem System treu ergeben sind: Einzelpersonen und Netzwerke, die wirtschaftlich vom Staat abhängig sind, sich als Hüter des Islam und religiöser Werte darstellen und der Gesellschaft eine antiimperialistische und antidemokratische Ideologie aufgezwungen haben.
Sie träumen von einem Land, das von sogenannten „reinen islamischen Werten“ regiert wird. Obwohl diese Gruppe nicht mehr die Mehrheit repräsentiert, insbesondere nicht unter der iranischen Generation Z, monopolisiert sie weiterhin die Macht.
Die zweite Gruppe besteht aus marginalisierten Bürgern. Sie sind nicht unbedingt religionsfeindlich oder islamfeindlich, sondern streben nach einem würdevollen, normalen und freien Leben, in dem ihre Individualität und Menschlichkeit nicht ständiger staatlicher Überwachung unterliegen, in dem sie mit der Außenwelt interagieren können und in dem ihre persönlichen Freiheiten nicht systematisch eingeschränkt werden.
